Grundsätze

An die ehrenamtlichen Helfer*innen der First-Aid-Supervisor IG/NRO werden hohe Anforderungen gestellt, welche zur ordnungsgemäßen Erfüllung ihrer Aufgaben auch notwendig sind.

Um den Ansprüchen und Erwartungen unserer Kund*innen und Patient*innen gerecht zu werden sowie deren Vertrauen in uns nicht zu verletzen, haben wir uns dazu entschieden, entsprechende Grundsätze für unsere Arbeit zu formulieren. Alle Mitglieder der FAS haben sich mit Beginn ihrer Mitgliedschaft dazu verpflichtet, diese Grundsätze anzuerkennen, sie zu schützen und ihr Handeln nach diesen auszurichten.

Die Grundsätze der FAS gliedern sich im Wesentlichen in 2 Gruppen auf. Die allgemeinen Grundsätze gelten zu jeder Zeit ohne Einschränkung. Die Grundsätze für Demosanitätswachdienste gelten zusätzlich zu den allgemeinen Grundsätzen während der Tätigkeit unserer Helfer*innen auf Sanitätswachdiensten auf Versammlungen als sogenannte Demosanitäter.

Alle Kund*innen und Patient*innen können sich jederzeit auf diese Grundsätze berufen.


Allgemeine Grundsätze

Uneigennützigkeit

Unsere Arbeit erfolgt freiwillig und ehrenamtlich. Für unsere Hilfeleistungen im Rahmen von (Demo-)Sanitätswachdiensten und Betreuungsdiensten berechnen wir keine Gebühren - die Tätigkeiten erfolgen kostenfrei. Alle Zuwendungen erfolgen freiwillig vonseiten des Veranstalters und werden als Spende betrachtet, welche ausschließlich zur Erfüllung unserer Aufgaben gemäß der Satzung verwendet werden dürfen. Tätigkeiten, welche gegen Zuwendungen ausgeübt werden, sind die Ausnahme und nicht die Regel. Darüber hinaus dürfen auch diese Zuwendungen ausschließlich zur Erfüllung der satzungsgemäßen Aufgaben verwendet werden.

Menschlichkeit

Wir verpflichten uns den Grund- und Menschenrechten. Ein jeder Mensch soll gleich behandelt werden, unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, Nationalität, sexueller Orientierung, wirtschaftlichen Verhältnissen oder anderen individualisierenden Eigenschaften. Diskriminierung jeder Art wird abgelehnt und allen Personen unterschiedslos Hilfe geleistet sowie ihrer Würde Anerkennung geschenkt.

Umweltschutz

Es gibt keinen Planet B. Wenngleich dies im medizinischen Bereich meist schwierig ist, versuchen wir bestmöglich auf den Schutz der Umwelt zu achten - jeder Beitrag zählt. Wir versuchen daher vermehrt auf modulare System zu setzen, welche möglich viele Funktionen vereinen und mehrmals wiederverwendet werden können. Dies gilt für organisatorische Maßnahmen, Technik sowie medizinische Artikel z. B. durch den Einsatz von Viere- und Bakterienfiltern in Kombination mit einer gründlichen Desinfektion - sofern medizinisch machbar.

Unparteilichkeit

Bei uns Mitglied zu sein bedeutet sich in einer eigenständigen Organisation zu engagieren, welche von anderen Organisationen, Behörden und Parteien unabhängig agiert und diesen auch nicht angehört. Wir bemühen uns darum, allen Personen und Organisationen neutral gegenüberzustehen. Einer jeden Hilfe ersuchenden Person wird die notwendige Hilfe gewährt, ohne Beachtung von Alter, Geschlecht, Sexualität, Religion, Nationalität, sozialer Stellung oder politischer Überzeugung einer Person.

Qualität

Die FAS verpflichtet sich in Angesicht der besonderen Wichtigkeit der Tätigkeitsbereiche, in welchen sie aktiv ist, dazu, sich stets darum zu bemühen, eine möglichst hohe Qualität darzubieten und so gut es geht auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik zu sein. Dies betrifft sowohl die Sanitätsdienste, als auch das Wissen zur Erste-Hilfe und alle weiteren Tätigkeitsbereiche gleichermaßen. Hierfür sind interne sowie externe Aus- und Fortbildungen unerlässlich.

Solidarität

Eines unserer Ziele ist ein solidarisches Miteinander aller zu erreichen. Ein System in welchem die Stärken und Schwächen vieler verschiedener kombiniert werden und jeder dem anderen hilft. Zusammenhalt und gegenseitige Hilfsbereitschaft sind hierbei von besonderer Bedeutung.

Verschwiegenheitspflicht

Die Schweigepflicht gilt im Übrigen nicht nur für Ärzte. Auch unsere Helfer*innen unterliegen der Schweigepflicht. Was unser Patient*innen uns anvertrauen wird nicht weitergegeben. Was wir jedoch nicht verhindern dürfen, ist, dass anwesende Polizist*innen sich selbst ein Bild machen, sofern dem medizinisch nichts entgegensteht.



Grundsätze für Demosanitätswachdienste

Selbstverständnis

Für uns gilt die Meinungs- und Versammlungsfreiheit als ein besonders schützenswertes Gut unserer Demokratie. Sanitätswachdienste auf Versammlungen verstehen wir als einen wichtigen Bestandteil der Sicherheit aller anwesenden Teilnehmer*innen und somit als einen Beitrag zum Schutz der Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Ein jeder Mensch, welcher sich an einer Versammlung beteiligt, soll einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu einer medizinischen Versorgung haben.

Einverständnis

Wir werden Anforderungen zu Demosanitätswachdiensten in aller Regel nur von jenen Veranstaltern annehmen, welche sich zu unseren Grundsätzen und somit zu Gleichheit, Akzeptanz und Toleranz bekennen.

Anonymität

Der Schutz unserer Patient*innen ist uns wichtig. Besonders auf Versammlungen/Demonstrationen ist dies ein Punkt von besonderer Bedeutung, da hier oftmals versucht wird über Hilfeleistende wie Demosanitäter*innen an die Daten von Patient*innen zu kommen, um beispielsweise ein Strafverfahren einzuleiten. Die Strafverfolgung ist kein Bestandteil unserer Aufgaben. Wir sind für die medizinische und psychische Hilfeleistung vor Ort zuständig. Um unseren Patient*innen dennoch entsprechend helfen zu können und das Vertrauensverhältnis eben dieser zu unseren Helfer*innen aufrechtzuerhalten, wenden wir auf all unseren Demosanitätswachdiensten nur eine Minimaldokumentation an. Das bedeutet, dass wir Hilfeleistungen nur in Kurzform und ohne persönliche Daten wie Name, Alter, Anschrift oder ähnliches vermerken. Tatsächliche, ausführliche Protokolle werden nur erstellt, wenn dies notwendig ist (z. B. zur eigenen rechtlichen Absicherung oder der Übergabe an den Rettungsdienst). Hier legen wir aber auch auf eine anonymisierte Dokumentation wert. Daten für statistische Auswertungen werden ebenfalls ausschließlich anonym und in groben Kategorien gesammelt, wodurch kein Rückschluss auf die Betroffenen möglich ist.

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